Die Ursprünge der Familie
EUROPA IM WANDEL
Im 13. Jahrhundert endete das Hochmittelalter, und das Spätmittelalter begann. Europa war in viele kleine und große Herrschaftsgebiete zersplittert. Herzogtümer, Grafschaften, geistliche Territorien und freie Städte bildeten ein buntes Mosaik, das formal zwar dem Heiligen Römischen Reich unterstand, tatsächlich jedoch weitgehend von lokalen Fürsten und Bischöfen regiert wurde. Das römisch-katholische Christentum prägte das Leben in allen Bereichen. Es bestimmte den Jahreslauf, den Alltag, das Denken über Gut und Böse. Zugleich war die Kirche ein mächtiger politischer Akteur, der weit über das Geistliche hinaus Einfluss ausübte. Die Kreuzzüge hatten den Blick der Europäer geweitet. Neue Handelsrouten, fremde Waren und ungewohnte Ideen erreichten den Kontinent. Gleichzeitig wuchs die Abgrenzung gegenüber anderen Kulturen und Religionen. So entstand ein Spannungsfeld zwischen Weltoffenheit und Misstrauen, zwischen Aufbruch und Abgrenzung.
DAS HERZOGTUM GELDERN
Inmitten dieser Veränderungen lag das Herzogtum Geldern. Es grenzte im Norden und Westen an das Hochstift Utrecht, im Osten an Münster, Köln sowie die Herzogtümer Kleve und Jülich, im Süden an Brabant und im Westen an die Grafschaft Holland. Diese Grenzlage machte Geldern zu einem Land der Begegnung – aber auch der Konflikte. Handel, Kultur und Kriegszüge wechselten sich ab, und die Menschen lebten in ständiger Auseinandersetzung mit den großen Nachbarn. Hier, an den Strömen von Rhein und Maas, wo Grenzen sich kreuzten, bildete sich ein besonderes Bewusstsein. Eigenständig und zugleich geprägt von vielen Einflüssen.
DIE FAMILIE BOCHOLTZ
Die Wurzeln der Familie von Ingenhaeff reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück und sind eng mit dem Adelsgeschlecht der Bocholtz verbunden. Ein erster Name erscheint früh in den Urkunden. Wibracht de Bocholte, zwischen 1127 und 1131 als Ministerialer und Lehnsmann der Grafen von Geldern bezeugt. Schon bald spaltete sich das Geschlecht Bocholtz in zwei Zweige. Ein Zweig blieb auf der Burg Bocholtz und gründete Seitenlinien in Waldniel, Lüttelforst, Busch und Ingenraed bei Wachtendonk. Der andere Zweig siedelte auf der Burg Ingenhoven in Lobberich, und dort beginnt auch die Geschichte der Familie von Ingenhaeff.
DER URSPRUNG DER FAMILIE
Wahrscheinlich waren es nachgeborene Söhne, die ihren eigenen Weg, abseits des Stammguts, einschlugen. Ohne Anspruch auf den Stammsitz suchten sie neue Lebenswege, neue Aufgaben, neue DIE URSPRÜNGE DER FAMILIE Eine Familiengeschichte von über 700 Jahren Die Familiengeschichte 34 Titel. Aus dieser Entwicklung entstand der Name und die Linie der von In gen Hoven. Wie bei fast allen Adelsgeschlechtern verliert sich die Spur im 12. Jahrhundert. Nur die großen Dynastien – die Welfen (das Haus Hannover), Reginare (das Haus Hessen) und Wettiner (das Haus Sachsen) – tauchen in den Quellen vor der Jahrtausendwende regelmäßig auf. Andere berühmte Häuser wie die Habsburger, Wittelsbacher oder Hohenzollern erscheinen erst später. Für die Familie von Ingenhaeff beginnt die greifbare Überlieferung mit Bernhard von In gen Hoven, dem Stammvater, von dem sich die Geschichte bis in die Gegenwart verfolgen lässt. So entstand aus den Wurzeln im Herzogtum Geldern eine Familie, deren Geschichte sich über mehr als sieben Jahrhunderte erstreckt. Verwurzelt im Herzen Europas, geprägt von Kriegen, Grenzstreitigkeiten und politischen Veränderungen, aber auch getragen von Beständigkeit, Treue und Zusammenhalt. Am Niederrhein gab es insgesamt vier Familien mit dem Namen Ingenhoven. Es ist anzunehmen, dass die anderen drei Familien ihre Wurzeln in irgendeiner Form auf der Burg Ingenhoven in Lobberich haben.
- Familie Ingenhoven 1:
In Rot einen silbernen Schrägbalken, begleitet von zwei silbernen Löwen (in der Regel leopardierten Löwen). Auf dem Helm befindet sich ein silberner Löwenkopf mit roter ausgeschlagener Zunge. Die heutigen Familienmitglieder stammen von dieser Familie ab. - Familie Ingenhoven 2:
In Blau einen silbernen Querbalken, der von drei Sternen begleitet wird. Auf dem Helm sind zwei blaue Büffelhörner mit dem Balken und den Sternen verziert. - Familie Ingenhoven 3:
In Gold ein schwarzer goldgegitterter- Querbalken. Auf dem Helm befindet sich ein offener goldener Adlerflug mit dem goldgegitterten Querbalken, der von schwarzen Helmdecken umgeben ist. - Familie Ingenhoven 4:
In Silber drei schwarze Querbalken. Auf dem goldgekrönten Helm zwei silberne Büffelhörner mit drei schwarzen Balken umwunden.
Diese verschiedenen Familien mit dem Namen Ingenhoven haben die Ahnenforschung sehr erschwert, da sehr viel Zeit für die Zuordnung einzelner Namensträger aufgewendet werden musste. Wir kennen nun innerhalb der "Familie Ingenhoven 1", neben dem Stamm folgende Zweige und Linien:
Der Stamm Bernhard (1290 – bis heute)
Der Stamm der Familie umfasst mit den dazugehörenden Zweigen Gelinde und Bärenkamp 19 Generationen. Der Stamm beginnt mit der Geburt von Bernhard von In gen Hoven im Jahr 1290 und dauert bis heute an.
Der Zweig Düsseldorf (1380 – ca. 1777)
Dieser Zweig der Familie umfasst zehn Generationen. Er beginnt mit Rembold von Ingenhoven im Jahr 1380 und endet mit Johann von Ingenhoven (geb. 1737) ungefähr um 1777.
Der Zweig Baerlo (ca. 1640 – 1765)
Dieser Zweig der Familie umfasst vier Generationen. Er beginnt mit Jacob Freiherr von Ingenhoven zum Bärenkamp, Baerlo, vor dem Deyck und Hammerstein um ca. 1640 und endet mit dem Tod von Georg Freiherr von Ingenhoven zu Baerlo und Leuth im Jahr 1765.
Der Zweig Dänemark (1664 – 1803)
Dieser Zweig der Familie umfasst drei Generationen. Er beginnt mit Johann Freiherr von Ingenhaeff zum Bärenkamp und Quolsdorf im Jahr 1664 und endet mit dem Tod von Benedicte Freifrau von Ingenhaeff im Jahr 1803.
Ab der 17. Generation, wird in der Ahnengalerie und im Stammbaum der Familie kein Unterschied mehr zwischen männlichen und weiblichen Nachkommen gemacht. Jedes Kind trägt dazu bei, die Familienlinien fortzuführen. Es spaltet sich damit der Stamm Bernhard nach Leo Freiherr von Ingenhaeff-Beerenkamp, Adolf Freiherr von Ingenhaeff und Horst (Adolf) Freiherr von Ingenhaeff- Berenkamp in folgende sieben neue Linien auf.
Stamm Bernhard - Linie Brigitte (1945 – heute)
Diese Linie der Familie umfasst bis heute drei Generationen. Sie beginnt mit Brigitte Freifrau von Ingenhaeff- Beerenkamp im Jahr 1945 und dauert mit Philip Speckbacher (geb. 1994) bis heute an.
Stamm Bernhard - Linie Wolfgang (1947 – heute) Diese Linie der Familie umfasst bis heute drei Generationen. Sie beginnt mit Wolfgang Freiherr von Ingenhaeff-Berenkamp im Jahr 1947 und dauert mit Vivienne Saurwein (geb. 2014) bis heute an.
Stamm Bernhard - Linie Gerlinde (1953 – heute)
Diese Linie der Familie umfasst bis heute drei Generationen. Sie beginnt mit Gerlinde Freifrau von Ingenhaeff- Beerenkamp im Jahr 1953 und dauert mit Leopold Langes-Swarovski (geb. 2017) bis heute an.
Stamm Bernhard - Linie Alexander (1958 – heute)
Diese Linie der Familie umfasst drei Generationen. Sie beginnt mit Alexander Freiherr von Ingenhaeff-Beerenkamp im Jahr 1958 und dauert mit Helena Freiin von Ingenhaeff-Beerenkamp (geb. 2017) bis heute an.
Stamm Bernhard - Linie Silvio (1952 – heute)
Diese Linie der Familie umfasst drei Generationen. Sie beginnt mit Silvio Freiherr von Ingenhaeff im Jahr 1952 und dauert mit Jasmine Freiin von Ingenhaeff bis heute an.
Stamm Bernhard - Linie Gabriele (1958 – heute) Diese Linie der Familie umfasst drei Generationen. Sie beginnt mit Gabriele Freifrau von Ingenhaeff-Berenkamp im Jahr 1958 und dauert mit Laura Fraidl (geb. 2025) bis heute an.
Stamm Bernhard - Linie Martina (1960 – heute) Diese Linie der Familie umfasst drei Generationen. Sie beginnt mit Martina Freifrau von Ingenhaeff-Berenkamp im Jahr 1960 und dauert mit Finja Kleinheinz (geb. 2018) bis heute an.
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